Samstagabend war es endlich soweit: Unter dem Motto „Jetzt oder Nie!“ durften die verbliebenen 15 DSDS-Kandidaten der 5. Staffel endlich auf die Live-Bühne. Präsentiert wurde die Show von Marco Schreyl im umgebauten neuen DSDS-Studio in Köln.
Zunächst gab es eine kurze Erläuterung des Procedere: Die ersten 5 Kandidaten wurden durch die Telefonabstimmung der Zuschauer bestimmt. Die weiteren 5 im Anschluss durch die Jury.
Nach einem kurzen Interview mit der Jury wurden noch einige Bilder vom Recall gezeigt. Dann durfte Rania Zeriri als erste auf die kleine Top15-Bühne im Studio. Rania hatte sich den Song „Get here“ von Oleta Adams ausgesucht. Nach ihrem Auftritt gab es sofort die Beurteilung durch die Jury. Uns` Dieter machte den Anfang und ließ erstmal ganz beiläufig Bemerkungen über einen Preis fallen, den er in der vergangenen Woche von den deutschen Lehrern erhalten hatte. Nebenbei kokettierte er auch noch mit seiner neuen Funktion als Briefkastenonkel bei der Bravo, bevor er letztendlich feststellte, dass er den Kandidaten an diesem Abend Schulnoten erteilen würde. Zu Rania direkt gab es dann folgendes Urteil: „Deine Stimme ist sehr außergewöhnlich…“ „Gute Leistung…“ „Aber musst noch eine Schippe drauflegen…“ – Schulnote: 2- Anja Lukaseder begann ihren Kommentar wie immer sehr diplomatisch und unterstrich dabei, dass es nicht einfach sei als 1. Kandidat auf die Bühne zu gehen. Ansonsten zog sie ein positives Fazit mit „Ich möchte Dich nächste Woche gerne wieder sehen.“ Bär bemerkte, dass er Rania ihre Aufregung angesehen habe („…habe Deine Beine zittern sehen…“) und stellte fest, dass sie sich noch steigern könne. Insgesamt auch von ihm „Daumen nach oben“.
Als nächstes durfte sich Felix Gaisberger auf die Bühne begeben. Mit der Schmuse-Nummer „Hero“ von Enrique Iglesias wollte er die Herzen der Jury und der Zuschauer für sich gewinnen. Die Kritik von der Jury fiel allerdings fast nur negativ aus. – Bär erinnerte zunächst an das Debakel mit Felix beim Casting (Text vergessen/Textzettel) und wie er ihn damals „zusammengeschissen“ hätte. Dann stellte er fest, dass er „Enrique Iglesias persönlich zum Kotzen findet“, aber Felix eben nicht. Er könne sich ihn auch auf der großen Live-Bühne vorstellen. Anja war „enttäuscht“ und hätte sich „mehr Energie“ von Felix gewünscht. Dieter stellte erst fest, dass er im Gegensatz zum Bär Enrique Iglesias geil findet und gab dann sein herbes Urteil ab: „…musikalisches Bodenturnen…“, „Ich glaub, das war nix…“ – Schulnote: maximal 4
Die nächste Kandidatin auf der Top15-Bühne war Juna Manaj mit „Come on over“ von Christina Aguilera. Nach ihrer Darbietung wurde schnell klar, dass Dieter keine Lust auf Juna hat, denn seine Kommentare fielen dementsprechend hart aus: „Christina Aguilera ist zu gut für Dich…“ „…Schuhe sind 10 Nummern zu groß…“ „Du kommentierst mit so einer Nummer nur das, was Du nicht kannst…“ – Schulnote: 5
Anjas Urteil war wesentlich milder: „Dein Auftritt war süß…“ „…hast hübsch gesungen…“ Der Bär war kritisch („Legst Dich brutal auf die Nase mit den schweren Nummern…“), aber dennoch positiv: „Muss immer lachen, wenn ich Dich sehe und wünsche mir, dass Du weiter kommst.“
Jermaine Alford – kurz JJ – war nun an der Reihe. – Der 20jährige, der eine gewisse Ähnlichkeit mit Will Smith aufweist – wie ich finde, hatte sich die Schmalzballade „I swear“ von All4One ausgesucht. Bei der anschließenden Beurteilung durch die Jury, machte Bär, der sichtlich nicht wirklich überzeugt von JJ war, den Anfang: „Ich habe das starke Gefühl, dass Du Dich extrem durch die Nummer gekämpft hast…“ „…hast Töne versemmelt…“ „Ob das mottoshowtauglich ist, weiß ich nicht…“ Anja stellte fest, dass der „Schmusesong wie die Faust aufs Auge“ zu Jermaine passt. Aber 100% gepackt hat die Gänsehaut Anja nicht. Dieter hat bei Jermaine offensichtlich ein gewisses Vermarktungspotential entdeckt, denn im Gegensatz zu den anderen Juroren, war er JJ gegenüber äußerst aufgeschlossen: „…kann Dir nur den Tipp geben: Halt hier echt durch…“ „…gib 100% in den Mottoshows…“ „…ganz, ganz geile Stimme…“ „Du kannst viel mehr…“ „Von mir gäbe es ne Fahrkarte…“ – Schulnote: 2
Mit „Amazing“ von Seal versuchte Collin Owusu im Anschluss sein Glück und brachte durch aktive Tanzbewegungen endlich etwas Schwung ins Studio. Dieter hielt fest: „Finde das geil, wenn sich hier überhaupt jemand bewegt…“ „Aber ich sehe nicht so gut aus wie Heidi Klum und Du singst nicht so gut wie Seal…“ – Schulnote: 3
Auch Anja bedankte sich für die gute Unterhaltung und bezeichnete Collins als „guten Entertainer“. Bär kommentierte mit: „Wenn Du auf der Bühne stehst, strahlt immer die Sonne…“ „…musst an der Stimme arbeiten…“ „…bist ganz gut dabei…“
Simon Gincberg schaffte es danach mir einen meiner persönlichen Lieblingssongs kaputt zu machen – „Right here waiting“ von Richard Marx. Zum Glück war auch die Jury in weiten Teilen meiner Meinung, denn Bär stellte das „Karaoke Bar Niveau“ dieser Darbietung fest. Anja diplomatisch wie eh und je lobte zunächst die optische Weiterentwicklung von Simon, stellte dann aber auch fest, dass ihr bei ihm „total die Ecken und Kanten fehlen“. Den Gesang bewertete sie mit „ok“. Dieter sprach von „Licht und Schatten“: „Als Typ Licht…“ „…scheiße gesungen…“ „…war nicht Dein bester Tag, kannst das viel besser…“ – Schulnote: 3-4
Stella Salato wagte sich danach an „Unbreak my heart“ von Toni Braxton. Dieter kommentierte mit: „Bisschen schade…“ „bist eine begnadete Sängerin…“ „Titel nicht optimal…“ „…kam oldfashioned rüber…“ „…toll gesungen…“. – Schulnote: 3+
Auch Anja machte Abstriche wegen der Titelauswahl – insgesamt habe ihr der Auftritt aber „trotzdem gut gefallen“. Bär fand auch, dass Stella sich ein „schwieriges Ding aufgebürdet“ hat, empfand dieses aber als „gut gemeistert“.
Als 8. Kandidatin trat Viviana Stengel mit „Bubbly“ von Colbie Caillat auf. Insgesamt wurde die Performance von der Jury allerdings eher negativ wahrgenommen. – Bär: „…zu emotionslos…“, Anja: „…perfekten Song ausgesucht…“ „…musst mehr aus Dir herausgehen…“ „…wirkt belanglos…“ Dieter: „…super leicht zu singen…“, „Wenn ich Dich im TV sehen und den Ton abdrehen würde, würde ich sagen voll Granate…“ „Sorgen macht mir Deine Stimme…“ „Eine gute Sängerin bist Du nicht…“ „Aber die Hunziger kann auch nich singen…“ „Wirst Karriere machen, mit so einem Brett und so einem Kopf musst Du Karriere machen…“ Eine Schulnote gab Dieter Viviana nicht.
Für Emotionen sorgte Fady Maalouf mit „Home“ von Michael Bublé. Dieter war sichtlich angetan von der Darbietung: „Du weißt, ich fand Dich im Casting nicht besonders gut…“ „Auch im Recall hab ich mir Gedanken gemacht…“ „Aber heute…hammermäßig…“ „Positive Überraschung…“ – Schulnote: „fette 2“. Auch Anja war begeistert vom Gefühl in Fadys Stimme und gab ihm die Schulnote 1. Bär fand „großartig gesungen“. Nach soviel Lob flossen bei Fady erstmal die Tränen.
Linda Teodusio gab „Soulmate“ von Natasha Bedingfield zum Besten. Bär war restlos überzeugt: „Das haste geschafft…“ „Ey, ohne Scheiß… hab noch nie so eine tolle Version von Soulmate gehört…“ „1. Mal Gänsehaut…“ Auch Anja war hin und weg: „Wenn ich Dich sehe und Dich höre, kann ich nicht glauben, dass Du erst 16 bist…“ „Ich will noch ganz, ganz viel von Dir sehen…“ „…nicht auf so ein Talent verzichten…“ Dieter fand den „Talentfaktor sehr, sehr hoch“, stellte gleichzeitig aber auch fest, dass Linda etwas „mehr Gefühl“ einbringen sollte. – Schulnote: fette 2
Als nächstes stellte Christopher Schnell mit „Mandy“ von Westlife sein Können mehr oder eher weniger unter Beweis. Dieter urteilte: „…bist ein netter Kerl…“ „…unbeholfen gesungen…“ „…fast an der Schmerzgrenze…“ – Schulnote: 5
Anja stellte Ähnlichkeiten zu den Monchichi Bärchen fest, bei Christophers Stimme fehlten ihr allerdings „Kraft und Druck“. Bär ging hart ins Gericht: „Auf der kleinen Bühne kann man 10% daneben liegen…“ „…50% der Töne zu versemmeln ist jenseits der Schmerzgrenze…“
Monika Ivkic hatte sich für ihren Live-Auftritt „Hurt“ von Christina Aguilera ausgesucht. Die Kritik der Jury dazu fiel durchweg positiv aus. – Bär: „Monika, ich freu mich über zwei Sachen… hast die Nummer in meinen Augen perfekt gesungen… finde es sehr schön, wie Du mit Deiner Stimme spielst… freue mich für mich, dass ich den Song für die nächsten 6-9 Monate nicht mehr hören muss…“ Anja war begeistert davon, wie Monika die „Traurigkeit und Atmosphäre“ des Songs rübergebracht hatte. Großmeister Dieter Bohlen bescheinigte Monika, dass sie „ohne Zweifel das beste Mädchen bislang gewesen sei“, aber wünschte sich gleichzeitig mehr „Personality“ von ihr. Weitere Kommentare: „Super, super gesungen…“, „…perfekter Auftritt…“, „…klingt wie ne Kopie…“ . Schulnote: 1-2
Die Startnummer 13 brachte Sahra Drone mit „Bleeding Love“ von Leona Lewis richtig Glück, denn die Jury war ausnahmslos begeistert. Dieter: „Was sagt man denn da jetzt?! Ich hab oft für Dich gekämpft… Hinter den Kulissen… Ihr wisst das gar nicht…“, „Überraschung heute…“, „…siehst toll aus…“, „Super-schwerer Titel… bist Du nicht gegen abgestunken…“, „…bin absolut begeistert von Deiner Leistung…“ – Schulnote: 1-2
Für Anja kam der Durchbruch von Sahra am letzten Recalltag. – „Der liebe Gott hat Dir was ganz besonderes geschenkt, den Soul.“ „Wunderbar.“ Auch Bär schloss sich an: „Hammer, hammer…“, „Supergeil…“
Als Vorletzter betrat der 16-jährige Benjamin Herd mit „Let me love you“ von Mario die Top15-Bühne. Gewohnt lässig und aufgedreht heizte er dabei dem Studiopublikum ein. Bär warnte Benny nach dem Auftritt: „Du rutscht langsam in die Klamaukrichtung ab… wirst zum Clown… da musst Du aufpassen…“ Ansonsten Worte des Lobes: „…sehr gut gesungen…“, „Mottoshow is gebucht…“ Anja hat sich nach eigenen Angaben „köstlich amüsiert, während Dieter gemischte Töne anschlug: „Bei Dir gibt es nur zwei Möglichkeiten: Verlieben oder adoptieren…“, „Du gehörst auf die Bühne…“, „Rampensau…“, „Stimme 3-4 – Performance: glatte 1“ – Schulnote: 2
Die Überraschung des Abends war der „Mann ohne Plan B“ – Thomas Godoj. Als letzter Kandidat hatte er sich „Chasing Cars“ von Snow Patrol als Titel ausgesucht. Thomas schaffte es mit seiner Performance für eine Weltpremiere bei Deutschland sucht den Superstar zu sorgen: Dieter Bohlen steht auf. „Respekt…“ „Viel besser geht nicht…“ Schulnote: glatte 1 mit Sternchen – „Du warst heute der Beste“
Anja kommentierte: „…krönender Abschluss…“, „…stichst total raus…“, „super-außergewöhnliche Stimme…“, „…bist ein Typ…“ Von Bär nur eine klare und direkte Ansage: „Leute, das ist ein FUCKING Rockstar!“
Damit wurde die Live-Show dann erst einmal unterbrochen, damit die Leute genügend Zeit zum Anrufen haben.
Um 00:12 Uhr ging es dann weiter: Noch einmal ein Schnelldurchlauf, eine Werbepause und ein bisschen Blabla mit den Kandidaten bis endlich der 1-minütige Countdown für die Telefonanrufer gestartet wurde. Einige Minuten später tauchte dann auch der Notar Dr. Fleischhauer im Studio mit den Zuschauerergebnissen auf.
Bei der Ansage zur Verkündung der Ergebnisse hatte Marco Schreyl für mich einen Hauch vom Nikolaus, der gleich entweder Lob oder Strafe predigt. Um die Sache abzukürzen durch das Zuschauervotum haben es folgende Kandidaten in die erste Motto-Show geschafft: Monika Ivkic, Linda Teodusio, Fady Maalouf, Sahra Drone und Thomas Godoj
Meist mit Tränen überströmt durften diese Kandidaten bereits auf die große Mottoshowbühne wechseln und sich dort gemeinsam übers Weiterkommen freuen.
Im Anschluss daran hat dann die Jury das Studio verlassen, um die restlichen 5 Kandidaten für die Mottoshows festzulegen. In der Zwischenzeit gab es zur Unterhaltung doofe Fragen des Marco Schreyl an die „Zitter-Kandidaten“ und mal wieder etwas Werbung – sieht man ja sonst kaum.
Nachdem die Jury zurück war, fing Dieter mit einer kleinen Ansprache an, in der er den Zuschauern zuhause großen Respekt zollte, sie hätten toll abgestimmt, dass hätte die Jury nicht anders entschieden. Danach bat er dann Jermaine auf die Bühne: „Hast heute Geburtstag, da fällt das noch schwerer…“, „…bist hinter dem zurückgeblieben, was Du eigentlich kannst…“, „Woher sollen die Leute das wissen, wenn Du das nicht zeigst?!“ „Sorry, aber Du darfst nicht nach Hause fahren…“ JJ, der schon mit dem Schlimmsten gerechnet hatte, flippt erstmal aus und umarmt zum Dank die Juroren. Danach schickt Anja Viviana Stengel und Felix Gaisberger nach Hause und Stella Salato ebenfalls rüber auf die große Bühne. Bär hat die Ehre Rania und Collins über ihr Weiterkommen und Simon Gincberg über sein Ausscheiden zu informieren. Dieter schickt im Anschluss Juna nach Hause: „Wenn man so klein is, nix weiß und nich auf Leute hört, muss man sich nicht wundern, dass man nich weiter kommt!“ Zum guten Schluss blieben noch Benny und Christopher über, wobei Benny auch dieses Mal wie im Recall das Glück hatte, weiterzukommen.