Beginn der 5. Staffel DSDS – Casting in Köln

Gestern abend wurde die erste Sendung der 5. Staffel „Deutschland sucht den Superstar“ ausgestrahlt. Wie gewohnt kommen zum Auftakt erst einmal die Casting-Shows, die uns meist mehr durch talentfreie als durch die talentierte Teilnehmer unterhalten. Die kurzweilige Stunde zeigte die Highlights von Casting in Köln, wo sich die meisten der insgesamt 30.000 Teilnehmer eingefunden hatten. Neben Köln gab es noch Casting-Shows in Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, München, auf Mallorca und zum ersten Mal auch auf der Partyinsel Ibiza. Wir dürfen also gespannt sein, was uns da noch alles erwartet.

Nun zur gestrigen Sendung:

Gleich der erste Kandidat in Köln war der absolute Negativhammer und durfte sich über den Titel „Personifizierte Talentfreiheit“ von Dieter Bohlen freuen. Dabei war Mario T. anfangs noch sehr von sich überzeugt. Selbstbewusst betrat er das Studio und versuchte als erstes mit einer Urkunde von einem Gesangswettbewerb bei der Jury zu punkten. Verständlicherweise hatte er mit dieser Urkunde, die übrigens von einer Weinkirmes stammte, wenig Erfolg. Es kam danach zu einer kurzen Diskussion über Marios Ähnlichkeit mit Yoda aus Krieg der Sterne. Dann schaffte Mario es geschickt die Frage nach seinem Alter zu umgehen und widmete Anja Lukaseder seinen ersten Song „Anita“ von Costa Cordalis, wobei er es selbst bei diesem Gassenhauer schaffte, den Text teilweise zu vergessen. Sein danach gestarteter Rettungsversuch mit Movie Star von Harpo war ebenfalls von kläglichem Scheitern gezeichnet. Fazit der Jury: Grausam und dreimal „Nein“. – Da kann man als Zuschauer nur sagen: „Danke dafür!“ Nachdem Mario der Jury zum Abschied noch leise Lebewohl gesagt hatte und jedem die Hand gab, war dort erstmal Hände abwischen angesagt. Währenddessen brachte Mario bei den anderen Teilnehmern seine große Enttäuschung zum Ausdruck und machte eine klare Ansage: „Es ist sauschwer, stellt Euch drauf ein!“ – Ich frage mich die ganze Zeit, wo war Mario während der letzten vier Staffeln von DSDS und hat er gedacht, dass er zu Dieter Bohlen auf den Kindergeburtstag geht?!“

Danach mit der 16-jährigen Schülerin Linda Teodosin ein Lichtblick. Sie trug zunächst ein unbekanntes Stück der Dreamgirls vor und legte dann mit Christina Aguilera noch einmal richtig nach. Dieter Bohlen wirkte dabei zunächst nachdenklich, äußerte sich dann aber mehr als positiv und sagte Linda voraus, dass sie es bis in die Top 10 schaffen kann, wenn sie sich nicht ganz dumm anstellt. Auch Anja Lukaseder und Bär Läsker waren sichtlich beeindruckt und lobten die Schülerin ausgiebig.

Zur Auflockerung gab es auch bei dieser Casting-Show wieder das Song-Quiz und es ist wirklich immer wieder erstaunlich, wie die Leute es hinbekommen, Lieder so zu verunstalten, dass man nicht mehr weiß, was da gesungen wird.

Negativhammer-Auftritt die Zweite: RTL setzte der Schonfrist ein Ende und präsentierte uns nun die 27-jährige Birte A. – Bei ihrem Einmarsch ins Studio musste ich spontan an „Süßer die Glocken nie klingen denken“ (wenn Ihr die Sendung gesehen habt, wisst Ihr was ich meine ;-) ) und Dieter Bohlen nuschelte ein „Hier kommen aber auch Leute hoch, mein lieber Scholli!“. Birte bewies der Jury zunächst ihre schnelle Auffassungsgabe und ihre Intelligenz, als sie auf ihren Job beim Radio angesprochen wurde. Fein artig beantwortete sie dabei alle Fragen mit einem „Ja“, ohne selber auch nur irgendetwas verstanden zu haben (armes Deutschland). Dann kam es zum Unvermeidlichen. Für ihren großen Moment hatte sie sich einen Song von Yvonne Catterfeld ausgesucht und sorgte damit sogleich für schreiende Begeisterung am Tisch der Jury. Das Fazit von Dieter Bohlen nach Birtes Darbietung: „Ich glaub, Du hast viel größere Probleme als das Singen.“ – 3 Mal „Nein“ und tschüss… Im Nachinterview konterte Birte dann mit: „Bohlen ist hart wie ein Schwein.“

Ein weiteres Highlight dieser Art war der Auftritt (oder sollte ich schreiben, Totalzusammenbruch) des 17-jährigen Raymund R., der versucht hatte mit „Perfekte Welle“ von Juli auf die Welle der Superstars aufzuspringen. Seine Welle endete jedoch in einer Pfütze aus Tränen und Schmach. Dieter Bohlen kommentierte seinen Auftritt mit: „Wenn Du in die Berge fährst und Echo rufst, dann kommt kein Echo zurück. Auch Echos haben Geschmack.“ und „In der „All-Time-Schlechtesten-Liste hast Du Dir mit diesem Auftritt einen Platz ziemlich weit vorne gesichert.“ Weinend brach der Schüler kurz darauf noch im Studio zusammen, hyperventilierte und musste von Anja Lukaseder getröstet werden. Diese Sache wird bestimmt wieder für einigen Diskussionsstoff sorgen, wobei ich persönlich wirklich nicht verstehen kann, wie Eltern ihre Kinder blind und talentlos in solche Casting-Shows stolpern lassen können.

Manuel B. versuchte in Köln zum zweiten Mal bei einem DSDS-Casting sein Glück. Im Jahr 2005 konnte er sich bereits den Titel „Song-Quiz-König“ sichern und in der Zeit von dort bis jetzt hat er sich nicht wesentlich weiter entwickelt. Er gab „Drive“ (wie 2005) und „Mandy“ zum Besten, was von Bär Läsker mit „Ich glaube, Du hast eine neue Sprache erfunden.“ kommentiert wurde. Manuel glaubt allerdings weiter an sich und an sein Talent (wie viele andere arme Seelen auch).

Weitere Highlights aus der Rubrik „Talentfrei“:

Vorgestellt wurden gestern auch die drei grausamsten Gitarrenspieler. Besonders interessant war hierbei der zweite Platz. Der junge Mann lief mit verstimmter Gitarre auf und Dieter gab ihm noch eine zweite Chance nach dem Essen mit gestimmter Gitarre noch einmal anzutreten, was er hinterher allerdings bitter bereute „Es gibt Tage, wo ich mir für meine eigene Mitleidigkeit selber in die Fresse hauen könnte.“ Weitere Kommentare zu diesem Kandidaten: „Die Gitarre verstimmt sich absichtlich selber.“ „Du machst Musik für die Geisterbahn.“ Daneben sorgte der Auftritt einer jungen Dame in der Rubrik „Betthupferl“ für kurzzeitige Erheiterung. Ihre Einlage kommentierte Dieter mit dem Spruch: „Das klingt, als wenn so ein Schaf, an einen Elektrozaun pinkelt.“

Zwei positive Teilnehmer der gestrigen Sendung gibt es noch, die wir uns unter Umständen merken sollten: Auf der einen Seite die 18-jährige Sahra Drone aus Werl und auf der anderen Seiten den 29-jährigen Thomas Godoj. Sahra hat die Jury ausnahmslos begeistert, bei Thomas allerdings kam es von Dieter zu einer kleinen verbalen Entgleisung „Du siehst aus wie einer, dem der Sargdeckel dreimal auf den Kopf gefallen ist…“ – Harter Tobback, dennoch ist Thomas dank einer soliden Gesangsvorstellung im Recall dabei.

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In der 5. Staffel von DSDS gibt es einige Neuerungen. – So hat Heinz Henn die Jury verlassen und wird nun durch Bär Läsker ersetzt. Bär Läsker bringt viel Erfahrung aus der Musikbranche mit. Er hat unter anderem als DJ gearbeitet, die Fantastischen Vier entdeckt, hat ein eigenes Label gegründet und ist als Manager tätig. Außerdem werden die Shows dieser Staffel von Marco Schreyl allein moderiert, da sich Tooske Ragas im Augenblick ganz ihrer kleinen Tochter widmen möchte. Dazu kommt eine weitere gravierende Änderung in Bezug auf das Halbfinale. Früher wurden die 10 Teilnehmer für die Motto-Shows in den Top-20-Shows von den Zuschauern per Telefon-Voting bestimmt. In der 5. Staffel wird es jedoch nur noch eine große Halbfinalshow mit 15 Kandidaten geben, in der die Zuschauer zusammen mit der Jury die 10 besten Kandidaten auswählen werden.

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