3. Casting-Show – DSDS Castings in Frankfurt

Ein weiterer Casting-Show-Mittwoch liegt hinter uns. – Wir sahen am gestrigen Abend weitere Highlights vom DSDS Casting in Frankfurt am Main. Als Fazit vorweg kann ich nach der Sendung schon einmal festhalten, dass wenn Einbildung auch als Bildung angesehen wird, wir uns doch um Deutschland nicht ganz soviel Sorgen machen müssen. – Eingebildete Möchtegern-Superstars gab es gestern Abend nämlich wieder im Überfluss. Nun zur Zusammenfassung im Einzelnen:

Die 16-jährige Schülerin Jennifer W. stand zunächst minutenlang schweigend und nach Atem ringend vor der Jury. „Ich bin ein bisschen aufgeregt…“ Dazu sagte Dieter dann nur: „Ich bin auch aufgeregt, dass interessiert hier keine Sau.“ Nach diesen aufmunternden Worten legte Jennifer mit ihrer Interpretation von „Heul doch!“ von LaFee los. (Nebenbei: Finde die Songauswahl absolut zur Kandidatin passend!) Nach zwei oder drei Textzeilen kam es dann zum Textaussetzer. Wieder Schweigen von Jennifer. Sie murmelte sich dann etwas in den Bart von wegen „Muss mir doch einfallen…“ und „Ich bleib immer an der gleichen Stelle hängen…“. Dieter sichtlich gelangweilt und genervt, versuchte sich noch einmal in Aufmunterung: „Schnucki, JETZT sing!“ Aber es passierte nicht wirklich etwas. – Jennifer begann das Lied von Vorne zu singen und Dieter griff (natürlich reine Ironie) nach dem gelben Recall-Zettel. So ermuntert wollte Jennifer tatsächlich sofort zum Jurytisch stürmen, doch Dieter bremste sie vor Verlassen der kleinen Bühne. Es kam wie es kommen musste dreimal „Nein“ und eine enttäuschte Kandidatin, die Dieter die Schuld gab. – Einer muss ja Schuld haben. „Dieter war Schuld, der hat zuviel rumgehampelt und mich nervös gemacht.“

Im Anschluss daran kam der 20-jährige Dachdecker Jermaine A. – genannt J.J. – ins Casting-Studio. Mit seiner Gitarre bewaffnet, legte er gleich mit einer eigenen Interpretation von „Leaving on a jet plane“ los und hinterließ sichtlich Eindruck bei der Jury. Bär Läsker gab ihm sofort ein „Ja“ und freute sich vor allem über den Mut, einem Song was Eigenes zu verleihen. Auch Anja war vom Gefühl in der Präsentation beeindruckt und fand die Darbietung insgesamt sehr authentisch. Dieter war ebenfalls voll des Lobes: „Du bist der beste Sänger, den ich bisher in der Staffel gehört habe. Wenn Du nicht ganz geisteskrank bist, müsstest Du in die Top10 kommen.“ Mit dreimal „Ja“ und seinem Ticket für den Recall verließ J.J. überglücklich das Studio.

Abwechslung brachte wieder das Song-Quiz, wo uns dieses Mal unter anderem misslungene Darbietungen von „Hang Up“, „The World Greatest“ und „Cherry Lady“ gezeigt wurden.

Nun wurde es internationaler: Die 18-jährige Monika Irkic aus Wien mit bosnischen Wurzeln versuchte sich an „Du hast mein Herz gebrochen“ von Yvonne Catterfeld. Dieter unterbrach sie allerdings dabei und wünschte sich ein Stück mit mehr Power. Monika wechselte daraufhin den Song. Dann ein kleiner Schock Bär kritisierte „null Wiedererkennungswert“ und gab ein „Nein“. Anja hingegen hatte es gut gefallen und sie wünschte sich ein Wiedersehen mit Monika – also ein „Ja“. Nun hing alles vom Dieter ab, der war allerdings angetan „Ich finde, dass Du sehr gut singst und hoffe, dass es weitergeht.“ Wir sehen Monika also im Recall wieder.

Im Talentschuppen gab es diesmal eine äußerst ungewöhnliche Darbietung eines polnischen Kinderliedes. – Der 23-jährige Thomas W. schlug sich während des Singens permanent eine kleine Kindergitarre vor den Kopf. Nach Abschluss des Liedes war Dieter enttäuscht „das Ding ist ja nicht mal kaputt“. Damit hatte er bei Thomas den Ehrgeiz geweckt und dieser schlug sich „stundenlang“ das Teil weiterhin vor die Stirn. Die Jury ging derweil auf den Balkon, nahm eine Kleinigkeit zu sich und amüsierte sich mittelprächtig. Das Ende vom Lied: Der Klügere gibt nach und irgendwann hatte die Gitarre auf der Rückseite einen Riss. „Bin ich weiter?!“ Nein, Thomas Du bist nicht weiter. Dennoch nutzte Thomas seine Chance und übergab Anja seine Visitenkarte, falls sie mal einsam ist… – Ich persönlich denke, so einsam kann „Frau“ nicht sein!

Ein weiteres Highlight aus der Rubrik „wie verblendet kann man sein?“ erwartete uns nun mit der 28-jährigen Sigrid W.. Die sich lieber mit Evita Gregory ansprechen lässt und Musik studiert hat. Nebenbei hält sie sich dann noch für die nächste Madonna und findet, dass sie sowohl von der Stimmfarbe als auch von der Optik Ähnlichkeit mit ihr hat (Spiegel soll helfen). Um bei der Jury gleich richtig zu punkten, legte sie zunächst ihr Zeugnis vor. Sie kann sich aufgrund dessen als „staatlich geprüfte Sängerin“ bezeichnen, was den Dieter allerdings mal „überhaupt nicht beeindruckte“. So begann das Leid – äh die Darbietung – von Sigrid – äh Evita – mit „La Isla Bonita“. Für diese Darbietung stellte ihr der Dieter dann auch gleich ein neues Zeugnis aus: Ausdruck – 6 / Performance – 6 / Töne treffen – 6 / Songauswahl – 6. Natürlich ging Sigrid mit dieser Beurteilung nicht konform und es kam zu heftigen Diskussionen. „Du triffst keinen Ton.“, „Das ist das Grauen.“ – Unbeirrt von solchen Kommentaren, wollte Sigrid mit aller Gewalt ihre Chance Superstar zu werden wahrnehmen. Trotzig pochte sie auf ihrem Musikstudium und bettelte darum ohne die Show raus gebracht zu werden. „Das Einzige, was Du hast ist ein Schaden.“ – Endlich verließ Sigrid das Studio unter lautem Gezeter: „Ich kenne den und den…“, „Ich hab die Telefonnummer von…“, „Mein Freund ist Videoregisseur und hat Kontakte zu Viva und MTV…“ Sie glaubt immer noch daran, dass sie es schaffen kann. Daneben glaubt sie auch an Gerechtigkeit und Strafe und daran, dass bei DSDS negative Mächte am Werk sind. – Ich frage mich: „Wo kommen die Bekloppten nur immer her und wo gehen sie hin?!“

Die 22-jährige Stella Salato aus Bad Homburg macht derzeit eine Ausbildung zur Mediengestalterin. Sie präsentierte der Jury „Ain’t nobody“ von Chaka Kahn. Übermässig begeistert war die Jury nicht. Man sagte Stella, dass sie zwar gut singen kann, aber dass ihr noch was Eigenes fehle, es klänge alles sehr steril. Wir werden Stella dennoch im Recall wieder sehen, wo sie die Chance hat, sich noch einmal zu beweisen.

Zur allgemeinen Erheiterung folgte nun die Rubrik die Top3 der größten Stylingpannen auf Platz 3 lag ein Möchtegern-Sido samt Maske. – Zum Singen kam er erst gar nicht, weil Dieter jegliche Kooperation am umgedichteten Song „Dieter ist stolz“ verweigerte.“ Auf Platz 2 rangierte ein Typ, der es leider nicht geschafft hatte, sich mit Klamotten in der richtigen Größe auszustatten. Die Hose rutschte und der Pullover war zu klein. Auch gesanglich hatte dieser Kandidat nichts zu bieten. Auf Platz 1 offensichtlich ein Gruftie samt langem Haupthaar und Ledermantel. Dieter unterbrach dessen Interpretation von „When I need you“: „Das ist einer meiner Lieblingssongs, den lass ich mir von Dir nicht kaputt singen.“, „Lass Dich am Besten in Deinen Ledermantel einnähen und geh als Boxsack.“

Die 16-jährige Schülerin Bettina B. konnte es auch nicht schaffen die Jury komplett von sich zu überzeugen. Dieter hätte sie weiter gelassen, aber Anja und Bär widersprachen. Alle fanden sie süß und goldig, aber waren im Endeffekt auch der Meinung, dass sie noch nicht soweit ist. „Schnucki, versuch es nächstes Jahr noch mal.“, gab Dieter ihr noch mit auf dem Weg, allerdings hat sie da wohl nicht wirklich zugehört, weil sie hinterher in Tränen aufgelöst vom „geplatzten Traum“ gesprochen hat.

Anschließend gab es einen Zusammenschnitt, den man unter dem Motto „Tränen, Thesen, Temperamente“ zusammenfassen kann. Dabei wurden die Tränen, die Wut und die Verzweiflung der gescheiterten Casting-Teilnehmer gezeigt. Erwähnenswert war dabei ein Kommentar von Dieter: „2 Sachen stehen für mich fest: Nr.1 – Der Arsch beim Menschen ist immer hinten und Du kannst nicht singen.“ – Wie wahr, wie wahr…

Nun trat mit dem 16-jährigen Benjamin Herd aus Worms eine Mischung aus „Frettchen auf Ecstasy“, „Möchtegern-Macho“ und „Baby-Gangsta“ ins Studio. Der mit 1,61m recht kleine Kerl, strotzte nur so vor Selbstbewusstsein und riskierte verbal schon mal Einiges. Dann präsentierte er „Because of you“ von Neo. Er war noch nicht mit dem Song durch, da hielt Dieter ihm auch schon den Recall-Schein hin. „KORREKT, DIETER, MANN“ war die Reaktion des 16-jährigen und auch nach Verlassen des Studios brüllte er weiter „KORREKT.“ „RECALL.“ – Wir dürfen gespannt sein, was wir vom Benny noch zu sehen bekommen, denn „im Recall mach ich se alle platt“, ist seine Kampfansage.

Noch ein Talentschuppen: Dieses Mal durften wir die 15-jährige Viviane C. kennen lernen. Sofort am Anfang gestand sie offen, dass es zuhause bei den Eltern keinen Fernseher gäbe und sie DSDS daher nur vom gelegentlichen Schauen bei einer Freundin kennt. Nach ihrer Darbietung stellte Dieter fest, dass das Leben ohne Fernseher dann wohl doch nicht so erstrebenswert wäre und legte Viviane nahe, ihre Eltern von einer Anschaffung zu überzeugen. Zur Not würde auch er ein Gerät kaufen…

So ein weiteres Highlight aus der Rubrik „absolut talentfrei und merkt es nicht“. Der 22-jährige Friseur Dominik M. gab bereits im Vorinterview bekannt, dass er den Traum hat berühmt zu werden und, dass eine innere Stimme ihm sagt, dass er dafür geboren ist. – Wir sollten kurz darauf eines Besseren belehrt werden. – Dominik selber allerdings nicht. Nach einem Shakehands mit der Jury, kam es zunächst zu einem kleinen Gespräch über Dominiks Haarschnitt, worauf Dominik sich als Friseur outete und Dieter anbot, ihm doch auch einmal die Haare zu schneiden. „Ne, lass mal, nachher sehe ich genauso aus wie Du.“ Dominik hatte sich für Sunrise Avenue entschieden und „Farytale gone bad“ entschieden. Dieter war von der Songauswahl wenig begeistert, aber Dominik selbstbewusst „vielleicht sing ich es besser“. Nach der Darbietung gab es von Dieter zunächst ein „Käse“ und von Bär ein „schräg“ und dann ging es an die allseits beliebte Diskussion. „Du kannst nicht singen.“ – „Mein Gesangslehrer sagt ich kann singen!“ Nach peinlichen Schlagabtäuschen dieser Art, wurde es dann persönlicher, als Dominik Dieter direkt angriff. – Ungefähr so: „Du hast Geld und deswegen hast Du Frauen. Du hast Falten. – Ich sehe viel besser aus.“ Dieter blieb ruhig, gab dazu ein kurzes Statement ab und hielt noch einmal fest: „Du kannst gar nix und kriegst nix hin.“ „Bloß weil Du 2 Mädels im Dorf flachgelegt hast, hältst Du Dich jetzt für den großen Stecher.“ Dominik überspielt die ganze Situation mit Lachen. „Alle Leute sagen, ich kann singen.“ Dann noch einmal trotzig: „Ich will ne Chance.“ – Die gab es dann Gott sei Dank nicht. Stunden später war Dominik dann telefonisch zu Gast beim WDR und holte sich beim Telefonseelsorger Domian Trost.

Abschließen noch ein „Betthupferl“: Ein junger Mann präsentierte mit Keyboard einen selbst geschriebenen, deutschen Song. Wobei er vor allem durch sein Reim-Talent für Aufsehen sorgte. Dieter dazu: „Umarmen, armen ist arm.“

Am Samstag um 20:15 Uhr geht es weiter mit Casting-Show Nummer Vier. – Mal schauen, wie viele Zeugnisse und Gesangslehrer in der Sendung herhalten müssen.

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