Am gestrigen Samstagabend wurde die zweite Casting Show der 5. Staffel von Deutschland sucht den Superstar ausgestrahlt. Es war eine Sendung mit alten Bekannten, neuen Sprüchen und irgendwie auch die Sendung der „Scheiße-mir-doch-egal-was-die Jury-sagt-Kanidaten“.
Gleich zum Auftakt wurden nicht nur unsere Ohren, sondern auch unsere Augen äußerst strapaziert. – Die 18-jährige Ariane P. wackelte langsam mit Goldglitter in den Haaren auf hohen Absätzen und mit einer überdimensionierten Tragetasche ins Studio. Dieters erster Kommentar dazu: „Ach Du Horror…“ Davon bekam Ariane allerdings nicht viel mit, wie wahrscheinlich auch sonst im Leben. Nach einigen kleinen Wortwechseln folgte das Unvermeidliche. – Ariane setzte zu „Bring me to life“ von Evanescence an. Die wirklich grauenvolle Darbietung endete mit einem Textaussetzer und folgendem Kommentar von Dieter: „Ich hab Freunde, wenn die auf dem Oktoberfest sind und da neben das Bierzelt kotzen, dann ist das echt noch rhythmischer als das was Du hier bringst.“ Ariane nickte fein artig dazu und war sichtlich ungerührt. „Katastrophe des Tages“ und „Das geht einem echt auf die Psyche…“ waren die weiteren Äußerungen von Dieter. Anja fragte offen und ehrlich: „Glaubst Du wirklich, dass Du singen kannst?“ Woraufhin Ariane mit einem immer noch selbstbewussten „Ja antwortete. Nach ihrem Abgang gab sie dann noch ein kleines Statement ab: „Wenn es mit dem Singen nicht klappt, dann versuch ich es eben mit Tanzen…“ – Sollten wir Ariane demnächst beim Popstars Casting wieder sehen?! – Ich persönlich hoffe, dass nicht…
Zur Auflockerung gab es auch in dieser Sendung wieder das Song-Quiz. – Unter anderem gab es dabei eine Darbietung von „My heart will go on“ von Celine Dion und eine Performance von „Beautiful Day“ von U2. Es war der absolute Horror…
Danach ein Lichtblick im dunklen Tal der Tränen. – Die 16-jährige Janina Ribeiro aus Gronau hatte ihren großen Auftritt vor der Jury. Mit einer Körpergröße von nur 1,50m betrat die aufgeregte Schülerin das Studio und holte sofort zum Gesang aus. Als ersten Song hatte sie sich einen Song von Alicia Keys ausgesucht. Doch Dieter Bohlen blockt sofort nach den ersten Zeilen „Das ist zu schwer…“, „probier was anderes“. Leicht aus dem Konzept gebracht entschied Janina sich danach für Christina Agiulera und setzte abermals zum Singen an. Dieter unterbricht wieder und legt ihr nahe mehr Gefühl in den Song zu legen. Janina fängt von vorne an und hat Erfolg. Bär Läsker kommentiert: „Wenn so ein kleines Mädchen einen Bär wegpusten kann…“ und Janina bekommt dreimal „Ja“ und damit ihre Fahrkarte zum Recall, wie 120 andere Kandidaten auch. (Muss man sich mal vorstellen: Von insgesamt 28290 Casting Teilnehmern erreichen nur 120 Kandidaten den Recall… – Da gehört also echt schon was zu…)
Mit dem 25-jährigen Cosimo aus Stuttgart konnten wir uns nun an einem absoluten verbalen Tiefflieger erfreuen. In den Interviews bekam er keinen zusammenhängenden Satz auf die Reihe. Seine Lebensaufgabe sieht er darin „gut druff“ zu sein. Bei seinem Auftritt vor der Jury gab er zunächst eine – sagen wir eigenwillige – Breakdance-Einlage zum Besten. Dazu verwandelte er sich kurzfristig in Spiderman. Danach probierte er es mit einem selbst geschriebenen Rap. – Dieter kommentierte: „Du bekommst keine 4 zusammenhängenden Zeilen hin…“ und „Ich glaub Dir fehlen ein paar Gene…“ – Ende vom Lied: Dreimal „Nein“. Cosimo gab jedoch nicht auf und bat Dieter um einen Tipp für die Zukunft. – Der lautete kurz und knapp „Friseur“. Abschließend verteilte Cosimo dann noch CDs von sich bei der Jury, wobei er seine Musik als „eigenartig“ bezeichnete.
Es folgte eine kurze Rubrik zur Erheiterung: Die „Top-Jobs“ der Kandidaten.
Einer der weiteren Knaller war der 21-jährige Marian, der sich an „I believe I can fly“ von R. Kelly versuchte (wie viele andere übrigens auch). Dieter sprach ihn zunächst mit „Marianne“ an und bewertete dann hart: „Deine Stimme ist nicht gut…“, „Du triffst die Töne nicht…“ – Anja Lukaseder meinte es habe „altmodisch“ und irgendwie „schlageresk“ geklungen. Und Bär Läsker fand die Darbietung „situationskomisch“, „eine Persiflage auf R. Kelly“. Der vorher so überzeugte Marian traute seinen Ohren nicht. – Er weiß ja, dass er in einer anderen Tonart singt. Aber er weiß eben auch, dass er singen kann und dass er die Töne trifft. Schnaubend stürmte er aus dem Studio. Wie ein trotziges Kind äußerte er sich dabei noch einmal in die Kamera: „Ich gebe nix auf die Kommentare. Ich habe mehr Ahnung als er…“ Kurze Zeit später trat er dann erneut vor die Jury. Diesmal nicht alleine. Im Schlepptau hatte er seine Mutter und seine Gesangslehrerin. (Viel peinlicher geht es wohl nicht…). Es kam zu einer etwas angespannten Diskussion zwischen Mutter, Gesangslehrerin und Dieter, bevor die Meute frustriert wieder abzog. Marian und seine Mama glauben immer noch fest an ihn. Laut Mama hatte Marian ja auch gar nicht vor, wirklich bei DSDS mitzumachen, ihm wäre es nur um die Bewertung gegangen… – Tja, die hat er nun bekommen, aber geholfen hat es offenbar nichts…
Der „schöne“ 30-jährige Ex-Animateur Markus G. wollte sich nicht allein auf sein atemberaubendes halblanges, güldenes Haar verlassen, deshalb setzte er von Anfang an auf Schleimen. – Bei seiner Vorstellung, wobei er sein Alter übrigens als 22+8 bezeichnete (ha – ist da lustig – auf die Schenkel klopp), gab er sofort offen und ausgiebig zu großer Fan von Dieter Bohlen und Modern Talking zu sein. – „Ich habe alle CDs“. Er bot dann an, dass er entweder etwas von NSYNC oder etwas von Blue System (ja – Dieter Bohlen seine Exband) singen könnte. Dieter war sofort für NSYNC. Anja und Bär wollten allerdings unbedingt das Blue System Stück hören und starteten eine kleine Kindergartendemo „Blue System, Blue System, Blue System…“. So kam es dann, dass sich unsere Ohren den Welthit „Dr. Mabuse“ performed by Markus G. antun mussten. Dieter kommentierte den Auftritt so: „Wenn Du Dir zuhause selber vorsingst, wie hältst Du das aus?!“ und „Es gibt 6 Milliarden Menschen und Du musst hier herkommen…“ Nach seinem Auftritt vor der Jury war Markus übrigens nicht mehr so kamerageil wie vorher. „Macht die Kamera ausssssssss!“
Zwischendurch gab es dann ein paar Highlights aus der Rubrik „Jury-Kommentare“: „Du stehst da wie ein Kuhstallbesen.“ (DB), „Du hast gesungen, wie ein angeschossenes Wildschwein kurz vor der Notschlachtung.“ (DB) oder „Du klingst wie ein Quietschentchen auf Red Bull.“ (BL)
Außerdem gab es einen kleinen Vorgeschmack auf das Mallorca Casting, wo uns unter anderem ein heißer Baywatch Typ und eine singende Hausmutti erwarten werden.
Beim Casting in Köln ging es weiter mit dem 18-jährigen Marc Baltes, wo vor allem das Outfit schon eine Beleidigung des guten Geschmacks darstellte. Er trug eine knielange, blaue Jeans, schwarze Totenkopf-Kniestrümpfe und weiße Stoffschuhe, die er mit einem Marker mit DSDS dekoriert hatte. Gesanglich hatte er sich für den Song „Licence to kill“ entschieden, der normalerweise von einer Frau gesungen wird. Damit wollte er es der Jury so richtig beweisen. Mit der Vorstellung seiner beruflichen Tätigkeit vor seiner Performance, gab er dann auch gleich die Vorlage für die anschließende Bewertung durch Dieter. – Marc jobbt in einer Apotheke, wo er unter anderem Tabletten abfüllen muss. -Dieters Kommentar: „Du haust Dir die Tabletten selbst in den Kopp, gib es zu…“ – Fazit (wie sollte es anders sein): Dreimal „Nein“.
Aber es sind auch tatsächlich noch weitere Leute in den Recall gekommen, wie beispielsweise der 25-jährige Collin Owusu, der bereits nach wenigen Textzeilen sein Ticket gelöst hatte.
Im Talentschuppen quälte uns eine gewisse Isabella mit einem Lied von Toni Braxton. Es kam zu Diskussionen und diesem bemerkenswerten Kommentar von Dieter: „Jeder meint immer, dass sein Pupps gut riecht, tut er aber nicht!“
Ein alter Bekannter war auch beim Casting zur 5. Staffel wie selbstverständlich wieder dabei: MENDERES! – Menderes – mittlerweile 23 Jahre alt – probierte es zum 5. Mal (5. Staffel – 5. Casting – 5. Mal – da sind gewisse Parallelen zu erkennen). „Ich bin wieder da, um endlich Superstar zu werden!“ – So seine Kampfansage. (Warum sagt ihm eigentlich keiner, dass Hartnäckigkeit alleine dazu nicht reicht?!) Zunächst probierte er es mit einem Lied von Xavier Naidoo. (Ich mag die Musik von Xavier echt und empfand es wirklich als Beleidigung für meine Ohren). Anschließend probierte auch er sich an R. Kelly und „I believe I can fly“, woraufhin Bär Läsker das Studio verließ. Dieter Bohlen erteilte ihm nach der Darbietung ein- für allemal Casting-Verbot bei DSDS, ließ sich aber trotzdem noch zu einer Bewertung hinreißen: „Du bist ein bisschen besser geworden – das meine ich ernst – so in 6000-7000 Jahren hast Du echt eine Chance auf den Recall. Aber auch dann hast Du immer noch das Problem mit Deiner Eunuchen-Stimme. Wenn ich den Schwanz von Bär Läsker in ein Waffeleisen klemme, dann hat der genauso eine Stimme wie Du.“ Menderes war der Verzweiflung nahe, empfand alles als ungerecht. Darauf Dieter: „Jimi Hendrix ist tot, John Lennon ist tot – aber Heino lebt. Das Leben ist nun einmal ungerecht.“ Weinend verließ Menderes das Studio und glaubt dabei immer noch an sich, seinen Gesang und seine Traumkarriere als Superstar…
Noch ein Kandidat aus der Rubrik „geistiger Tieflieger“. – Im Vorinterview stellte der 21-jährige Michael T. sich selbstbewusst dar. Momentan würde er als Metzger arbeiten, dass wäre ja auch voll interessant, weil man da sieht, wo das Fleisch herkommt (ist klar). Außerdem wenn er auf der Bühne steht, dann geht er voll ab. Wie er abgeht, konnten wir dann im Casting Studio sehen. Er hatte sich „Supergirl“ von „Reamon“ ausgesucht und es war schrecklich. Dieter kommentierte: „Du stehst da wie ne Schlaftablette und singst auch so!“ „Die Zuschauer meinen, dass die ein Standbild haben. – Nein, jetzt hast Du geblinzelt…“ Nach dieser Bewertung nutze Michael dann noch seine Chance und ließ sich mit Dieter zusammen fotografieren. – Na ja, besser als nix…
Dann Ortswechsel: Erste Kandidaten vom Casting in Frankfurt
Die 26-jährige Sprachstudentin Francesca K. betritt aufgeregt das Studio. Sie hatte sich bereits vorher vorgenommen, erstmal den Dieter zu knutschen, was sie auch tatsächlich in die Tat umsetzte. Dann präsentierte sie „Power of Love“ von Celine Dion und schaffte es damit tatsächlich in den Recall. Heulend stürmte sie zur Jury und umarmte nun jeden.
Zum Abschluss die Rubrik „Betthupferl“ mit einem sehr merkwürdigen Kandidaten, der sowohl als verbaler als auch als geistiger Tiefflieger ohne jegliche Konkurrenz laufen sollte. Als er das Studio betritt, hat er einen seltsamen Kasten im Arm. Auf Nachfrage der Jury äußert er sich dazu ungefähr so: „Ich bin Bushido Fan…“ (der Kasten ist dann wohl irgendein Bushido-Fanartikel), „Ich bin auch sein Idol (ach?!)…“, „Ich glaub an Bushido…“ (an irgendwas müssen wir wohl alle glauben), „…is mein Glücksbringer“, „Ich hab mehrere Fans…“ (ach?! – Die möchte ich gern mal sehen…) Dann folgte sein großer Auftritt. Dafür hatte er sich (wie könnte es auch anders sein) „I believe I can fly“ von R. Kelly ausgesucht. Es war ohrenbetäubend grausam. Dieters Fazit: „Ich hab mich schon immer gefragt, wer Bushido kauft – jetzt hab ich die Antwort…“ und „Es gibt Leute, die haben einfach keine Beurteilung verdient, zu denen gehörst Du auch…“
Damit war die zweite Casting Show zu Ende und wir können uns auf Mittwoch freuen, wo sich sicherlich wieder allerlei Talentfreiheit unverblümt präsentieren wird.